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Since I am a member of this blog since the beginning and since I spent the last two years of my political life to build up the Left Party in Lower Saxony, let me just tell me that I am still shocked about the commemnts by the DKP member (whose candidature I actively opposed).

For the German speakers here, I post a public statement, I sent to the members of my regional orgnization today. Full disclosure: I am the chairman of the Left Party in Hannover and an elected member of the Regional Assembly. The Left Party in Hannover represents 25 Percent of the total members in Lower Saxony.

Jörn Jan Leidecker, Kreisvorsitzender DIE LINKE. Region Hannover

Christel Wegener muß gehen. Eine persönliche Stellungnahme

Die Ausführungen von Christel Wegener in der gestrigen Panoramasendung lassen nur eine Konsequenz zu: sie muß entweder heute zurücktreten oder umgehend aus der Fraktion DIE LINKE im Niedersächsischen Landtag ausgeschlossen werden.

Christel Wegener spricht nicht für DIE LINKE in Niedersachsen. Ihre Kandidatur war umstritten. Erst im zweiten Wahlgang hat sie sich gegen eine hannoversche Kandidatin mit 73 zu 71 Stimmen durchgesetzt. Ihre Kommentare sind ein Schlag ins Gesicht derjenigen die seit Jahren versuchen, eine linke Partei aufzubauen, die sich nicht auf die autoritären und dikatatorischen Traditionslinien, sondern auf die emanzipatorischen Wurzeln der Linken bezieht.

Gegenüber der Stasi kann es keine Ambivalenz geben. In der Stasi kam zum Ausdruck, was das gesamte sowjetische System in den 80 Jahren seiner Existenz von einer Hoffnung der Freiheit zu einem Alptraum aus Unterdrückung und Angst gemacht hat: Es war der Sicherheitsapparat einer miesen und menschenverachtenden Diktatur, die  Angst vor den Menschen hatten, und zu Recht haben musste, die sie beherrschte. Der Kontrollwahn und die Bösartigkeit der Sicherheitsbehörden, die Folterungen und stalinischen Massenmorde, die Knäste, die Verfolgungen und das Ausspionieren von sog. Regimegegnern - all dies hat mit "Links" nichts zu tun. Wer demgegenüber ambivalent ist, der verhöhnt die Toten und verlacht die vielen immer noch lebenden Opfer.

Vielleicht fehlt bei einigen, die in der Bundesrepublik einen hohen Preis für ihr Linkssein gezahlt haben und die sich im Angesicht westdeutscher Intoleranz der DDR hoffnungsvoll zugewandt hatten, eine wesentliche Erkenntnis: Der sog. reale Sozialismus war ein autoritäres und menschenverachtendes Regime, das Uniformität und Kleingeistigkeit beförderte, Menschen vernichtete und das bei all den Hoffnungen und positiven individuellen Leistungen, umfassend, komplett,  zu Recht und viel zu spät gescheitert ist.

Das Schicksal von Freunden ist für mich entscheidend, die, weil sie Christen waren unterdrückt, wurden, und nicht studieren durften. Ich denke an diejenigen, die zwangsumgesiedelt wurden. Ich denke an die Familien von Menschen, die auswanderen wollten, und deren Angehörige  Leid und Verfolgung ertragen mussten.

Gerade auch im Bildungssystem hat die DDR versagt. Margot Honeckers Schulsystem mag als systematische Skizze ja im Wahlkampf lustig mit dem finnischen Schulsystem zu vergleichen sein, es war aber in der Praxis ein System das Anpassung statt dem Entdecken der eigenen Fähigkeiten und der Kreativität diente. Schon das Bildungssystem war politisch, anstatt offen zu sein. Die Widerlichkeit des Aussortierens von unangepaßten Schülern ist häufig dokumentiert.

Wenn wir eine neue LINKE sein wollen, dann müssen wir uns an diejenigen halten, die in den Staaten Mittel- uns Osteuropas und in der Sowjetunion diese graugesichtigen Diktaturen von der Landkarte gefegt haben. Und an die wenigen positiven Traditionslinien, die es wert sindm, erhalten zu werden: Eine moderne LINKE steht in der Tradition derjenigen die sich im Prager Frühling den sowjetischen Panzern entgegengestellt haben und nicht in der Tradition der Panzerfahrer.

Der Aufstand der Danziger Leninwerft hat mehr mit uns zu tun, als die Verkündung des polnischen Ausnahmezustandes. Der ungarische Aufstand von 1956 ist mehr Teil unseres Bezugssystems, als die Ermordung Imre Nagys. Mein Mitgefühl gehört denjenigen Menschen, die sich 1989 in die Prager Botschaft der Bundesrepublik geflüchtet haben. Wir stehen in der Tradition derjenigen die in den Zügen von Prag in den Westen durften und nicht an der Seite derjenigen, die mit Maschinengewehren versucht haben, tausende an der Erstürmung der Bahnhöfe zu hindern.

Und das alles, weil wir Sozialisten sind. 150 Jahre organisierte Arbeiterbewegung haben gezeigt, dass die soziale Veränderung, die nicht die Freiheit und die Unverletzlichkeit der Würde des einzelnen Menschen unabhängig von seiner ökonomischen, kulturellen und sozialen Herkunft in den Mittelpunkt ihres Handelns stellt, an sich selbst scheitert, ja sich selbst gegen sich wendet. Ich bin stolz darauf, wie eindeutig meine Partei ihren Anteil an den Chancen, aber auch am Versagen in den Neunzigerjahren aufgearbeitet hat.

Die Antwort auf die Verbrechen und die gebrochenen Versprechungen des Staatssozialismus ist nicht die Abwendung von der Idee, dass man die ökonomischen und sozialen Verhältnisse fundamental anders gestalten muss. Dies kann aber nur als Emanzipationsprozess geschehen. Die Geschichte der Bundesrepublik gibt uns Traditionen in die Hand, die zeigen, wi es geht. Ich denke an die Frauenbewegung, die Friedensbewegung und die Umweltbewegungen.

Die sozialen Bewegungen haben dieses Land verändert, freier und offener gemacht. Eine kluges Einher von parlamentarischer und außerparlamentarischer Bewegung haben Fortschritt und Emanzipation ermöglicht, so dass dieses Land heute freier und auch von links gestaltbar ist. Dafür haben die 68ger aber auch viele andere Demokraten jahrzehntelang gearbeitet.

Dieses Erbe, das Erbe von Gustav Heinemann und Willy Brandt, von Fritz Bauer und Martin Niemöller, von Elisabeth Selbert und vielen anderen, gilt es zu bewahren.

Unser Sozialismus hat nicht nur ein menschliches Anlitz - er ist entweder menschlich, oder er ist Nichts.

Hannover, d. 15.2.2008

by jandsm on Fri Feb 15th, 2008 at 11:51:33 AM EST
Can you provide a brief synopsis in English?

"Pretending that you already know the answer when you don't is not actually very helpful." ~Migeru.
by poemless on Fri Feb 15th, 2008 at 12:05:40 PM EST
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I will try to post a diary on the weekend... Right now, I have to go to a crisis meeting.

Basically I claim that a left party can only be left when she clearly rejects the authoritarian regimes and traditions.

by jandsm on Fri Feb 15th, 2008 at 12:10:40 PM EST
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Could you help us disseminate the petition against Tony Blair in Germany? We don't have a lot of signature from there so far...

"Dieu se rit des hommes qui se plaignent des conséquences alors qu'ils en chérissent les causes" Jacques-Bénigne Bossuet
by Melanchthon on Fri Feb 15th, 2008 at 03:54:57 PM EST
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He does sound quite busy...

Un roi sans divertissement est un homme plein de misères
by linca (antonin POINT lucas AROBASE gmail.com) on Fri Feb 15th, 2008 at 05:53:28 PM EST
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Log time no see! I hope you'll find the time for a diary over the weekend.

*Lunatic*, n.
One whose delusions are out of fashion.
by DoDo on Fri Feb 15th, 2008 at 12:38:38 PM EST
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Christel Wegener

Is her name not Wegner?

Also for ther German speakers, I suggest that you watch the video of the actual interview, there is a circumstance I don't see mentioned in the written media: when the reporters ask her how Stasi and shooting order go with democracy, there is first a 10-second or longer silence from her.

*Lunatic*, n.
One whose delusions are out of fashion.

by DoDo on Fri Feb 15th, 2008 at 12:42:37 PM EST
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I now read your piece to the end, it's great and forcefully argued.

Minor note on history, for 1956, you could also have mentioned the workers' councils, for the Prague Spring, its socialist leaders, to make the leftist reference clearer.

*Lunatic*, n.
One whose delusions are out of fashion.

by DoDo on Fri Feb 15th, 2008 at 12:49:34 PM EST
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Welcome back, jandsm!

I hope we will see you more on ET...

"Dieu se rit des hommes qui se plaignent des conséquences alors qu'ils en chérissent les causes" Jacques-Bénigne Bossuet

by Melanchthon on Fri Feb 15th, 2008 at 03:52:29 PM EST
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Good to see you, jan!
by afew (afew(a in a circle)eurotrib_dot_com) on Fri Feb 15th, 2008 at 04:14:29 PM EST
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Thank you for that fine statement.  I've been a member of Die Linke since 23.11.2005 here in NRW.  This may seem odd for a member of this party but I am an American residing in Germany.

The platform comes the closest to my political beliefs.  And believe me, I did look at SPD and Greens as well. But the SPD seems to suffer from the same malaise as our American Democrats and the Greens just didn't sell me.

That said, I did have the chance to Sarah Wagenknecht speak and I like her a lot.  However, she made me slightly uneasy.  Perhaps it was my level of German comprehension at the time, that could very well be and I could have missed some nuances.  However she appeared to me to be just a little stalinist leaning and it made me uneasy.

However, I also think it is good to have people of various degrees of Left in the party for discourse and prevent the stagnation of an echo-chamber effect, to keep the party vibrant.  So I became a member.

I have a slight Schuldgefühl as perhaps I should be a little more active than I am locally, especially now that I decided to stay here and take a citizenship, but my academic pursuits also demand a lot of time.  It is quite possible that I will move to Jena as I am in the middle of a transfer from an American University to Friedrich Schiller Uni-Jena to finish up my Promotion.  I have my Betreuungszusage and positive news, but still waiting on an official Zulassung before I celebrate.

Perhaps I may be more useful and active once in Jena and outside of the countryside in Sauerland.

"Schiller sprach zu Goethe, Steck in dem Arsch die Flöte! Goethe sagte zu Schiller, Mein Arsch ist kein Triller!"

by Jeffersonian Democrat (rzg6f@virginia.edu) on Sat Feb 16th, 2008 at 06:20:23 AM EST
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